* Stecker- und Sensorenspezialist TE sieht Marktchancen
* Neuordnung unter Zulieferern - Elektrospezialisten steigen
auf
* Chipkrise beflügelt Geschäfte
By Nick Carey and Christoph Steitz
Wört, 24. Mär (Reuters) - Die Elektroauto-Revolution stellt
die Zulieferbranche auf die Probe - die einen kämpfen um ihre
Zukunft, weil in der elektrischen Welt keine
Zylinderkopfdichtungen oder Abgassysteme mehr benötigt werden,
die anderen kommen beim Ausbau ihrer Kapazitäten nicht mehr
hinterher. Zum Beispiel TE Connectivity TEL.N . Das Schweizer
Unternehmen stellt Stecker her, die Kabel mit allen möglichen
Geräten im Auto verbinden, von Sensoren über
Kraftstoff-Einspritzdüsen bis hin zu Unterhaltungselektronik,
und die in Elektroautos noch deutlich mehr zum Einsatz kommen
dürften als bei Verbrennern. TE Connectivity ist wohl einer der
größten Autozulieferer, von denen den meisten Menschen noch
nichts gehört haben. Mit einem Marktwert von 43 Milliarden
Dollar ist TE allerdings größer als Nissan 7201.T und
Renault RENA.PA zusammen - und mehr als dreimal so groß wie der
Autozulieferer Continental CONG.DE .
2020 baute TE Connectivity für 125 Millionen Dollar eine
neue Halle in dem Örtchen Wört an der Grenze zwischen
Baden-Württemberg und Bayern, ungefähr auf halber Strecke
zwischen Nürnberg und Stuttgart. Dort werden Teile für
Elektroautos gefertigt. Dazu sollen Zukäufe und Partnerschaften
kommen, wie TE-Chef Terrence Curtin sagt. "Wir werden unsere
Kapazitäten aufstocken." Schon jetzt machen Autoteile 40 Prozent
des Umsatzes von TE aus. Insgesamt summieren sich die TE-Erlöse
auf 15 Milliarden Dollar.
Auch andere Sensoren- und Steckerspezialisten wie Sensata
Technologies ST.N , Amphenol APH.N oder Molex verzeichnen einen
Boom. "Alle Autohersteller reden von einer Umstellung auf
Elektromobilität und versprechen Reichweiten ihrer Autos", sagte
William Kerwin, Analyst beim Ratinghaus Morningstar, der die
Branche beobachtet. "Ohne Zulieferer wie TE schaffen sie das
aber nicht."
Autohersteller und Zulieferer wurden nach Ansicht von
TE-Chef Curtin gleichermaßen von der explodierenden Nachfrage
nach Elektroautos in Europa in den vergangenen beiden Jahren
überrascht. Jetzt läuft die Aufholjagt. Die Produktion in der
neuen Halle in Wört läuft mit doppeltem Tempo. Beflügelt wurden
die Geschäfte von der Chipkrise: Viele Autobauer stellten
Verbrennermodelle wegen der Knappheit hintenan und
konzentrierten sich in erster Linie auf die Elektromodelle. Doch
das bereitet TE durchaus auch Kopfzerbrechen. Denn offen ist,
wie lange die Firmen das Tempo bei der Elektromobilität
beibehalten und wann Hindernisse kommen - etwas das Auslaufen
staatlicher Förderung, wie Curtin sagt.
Noch steht alles auf Wachstum. 2021 verdoppelten
Elektroautos nach Berechnungen des Analysehauses JATO Dynamics
ihren Marktanteil weltweit auf sechs Prozent, und der Anteil
dürfte weiter steigen. Die steigende Nachfrage nach Software,
Elektroauto-Teilen und Elektronik dürfte den Zulieferern zugute
kommen. Die Beratungsfirma McKinsey geht davon aus, dass der
europäische Zulieferer-Markt bis 2030 auf 330 Milliarden Euro
steigt, von derzeit 216 Milliarden - die Firmen bauen ihre
Kapazitäten aus, während sie gleichzeitig mit Engpässen bei
Teilen wie Chips zu kämpfen haben. "Wir sehen eine doppelte
Transformation", sagte McKinsey-Partner Timo Möller.
TE beschäftigt in Wört bislang 2200 Mitarbeiter und ist
weiter auf der Suche nach Ingenieuren und Fachkräften. Neben
großen Steckern für Autobatterien soll auch das Geschäft mit
kleineren Verbindern für Datenkabel ausgebaut werden. Weltweit
betreibt das Unternehmen 29 Werke, in denen Autoteile gefertigt
werden. Morningstar-Analyst Kerwin sagt, TE müsse mit den
gleichen Risiken fertigwerden wie andere Firmen in zyklischen
Branchen. "Die Aussage ist ganz klar, dass man auf
Elektrifizierung setzen muss, wenn man Erfolg haben will."
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Auf Wachstumskurs https://tmsnrt.rs/3pOYweN
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(Geschrieben von Christina Amann, redigiert von Ralf Banser und
Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere
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((christina.amann@thomsonreuters.com;))